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Feuerfest ideal für Brandübung

 (© bochum-lokal; FotoTaG)

Freiwillige Feuerwehr probte Ernstfall

Jeder, der bei Katastrophen schon einmal die Nummer 112 gewählt hat ist froh, wenn danach so schnell wie möglich die Feuerwehr vor Ort ist. Zu der Löschzugkolonne, die dann erscheint, gehören neben der Berufsfeuerwehr auch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, die meistens im Stadtteil ihr Gerätehaus hat.

Ernstfallübungen sind neben den theoretischen Schulungen von wichtiger Bedeutung, um nicht nur das Zusammenspiel der einzelnen Kräfte zu proben, sondern auch auf die noch so undenkbare Gefahrensituation so weit es geht, vorbereitet zu sein. So war Simon Heußen, Brandrat der Direktion Bochumer Brandbekämpfung froh, mit der Firmenleitung von P-D Refraktoris der Dahlhauser Steinfabrik Dr.-C.-Otto einen Partner gefunden zu haben, der für eine Katastrophensimulation die besten Voraussetzungen bot. Der Dahlhauser Löschzugführer Dirk Osadnik hatte dafür nicht nur die Kontakte geknüpft, sondern auch mit dem Abschnittsleiter der Freiwilligen Feuerwehren Bochum-West Klaus Flux, in mehrwöchiger Arbeit die Vorbereitungen getroffen.

So hieß es an einem Samstag um 10 Uhr "Alarm" in der Steinfabrik. "Brand nach Explosion mit MiG", (Menschen in Gefahr) war die Meldung die über Funk die Einsatzkräfte von Dahlhausen, Wattenscheid- Günnigfeld, -Mitte, -Heide, -Eppendorf und -Höntrop in Bewegung versetzte. Schon nach wenigen Minuten war die Crew von Dirk Osadnik zur Stelle. Mit den Unterlagen vom Pförtner über Gefahrenstoffe und Löscheinrichtungen ging es schnell Richtung der mit Gas betriebenen etwa 20 Meter langen Tunnelöfen, durch denen ständig Waggons mit Schamottsteinen zum Brennen geschoben werden. 1200 Grad herrschen in der Brennkammer und in dem Gang darunter ist es immer noch unerträglich heiß. Gerade in diesem Bereich, der nur von Arbeitern betreten wird, wenn darüber sich die Transportwagen verhakt haben, könnten noch Verletzte liegen, war die Aussage der Einsatzleitung. Zügig, jedoch ohne sich durch unüberlegte Hast selbst in Gefahr zu begeben machten sich die einzelnen Teams der Freiwilligen Feuerwehren West Einsatzbereit. Während die Einen den Leiterwagen ausfuhren, rollten die Anderen die Schläuche aus, oder legten ihre Schutzausrüstung an, um mit Pressluftatmern an die mit Nebelmaschinen künstlich verqualmte Einsatzstelle zu gelangen.

Unter ständiger Aufsicht der Atemschutzüberwachung der Höntroper Wehr hatten die gespenstisch wirkenden Retter schnell die ersten Opfer gefunden, notfallmäßig mit Sauerstoff versorgt und ins Freie gebracht. Etwas schwieriger gestaltete sich die Bergung unterhalb der Brennöfen. Mehrmals mussten die Einsatzkräfte wegen der zu Ende gehenden Luftreserven den heißen, dunklen Ort verlassen. Schwer erkennbar war dabei, wie in der Realität, ob es sich noch um Lebende handelt.

Neben einigen freiwilligen Fabrikarbeitern bereitete es den Jungs der Jugendfeuerwehr Günningfeld besonderen Spaß, sich als Unfallstatisten an der Übung zu beteiligen. Erst ab 18 Jahren dürfen sie aktiv an Ernstfalleinsätzen teilnehmen, aber als Übungsopfer konnten sie ihr schauspielerisches Talent so richtig zur Geltung bringen und genossen es, von den Kollegen hinausgetragen zu werden. Währen alle Geretteten an einer zentralen Sammelstelle auf das Ende der Übung warteten, hieß es aus der mobilen Einsatzleitstelle "Es wird immer noch nach einem Vermissten gesucht". Mike Richter, von der Jugendfeuerwehr wurde offensichtlich von den Einsatzkräften übersehen, oder hatte sich so gut versteckt, dass er erst kurz vor der abschließenden Nachbesprechung gefunden wurde.

Für den ständigen Begleiter des Einsatzübung, Olaf Riebeling von der Arbeitssicherheit des Feuerfestbetriebs hatte diese Notfallprobe ebenfalls wichtige Erkenntnisse geliefert. So wurde ein Absperrventil erst nach einigem Suchen gefunden. Hierauf werden nun die Pläne überarbeit. Für die 82 Übungsteilnehmer ging es nach dem Zusammenpacken und Schläuche einrollen erst einmal zum gemeinsamen Erbsensuppeessen in das Gerätehaus nach Dahlhausen am Sattelgut.

Ruhe vor dem Ansturm. (© bochum-lokal; FotoTaG)

Gut ausgearbeitet war das Unfallgeschehen durch die Einsatzleiter, um den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren West, ein breites Spektrum an realen Handlungsmöglichkeiten zu bieten.

Einsatzleitung der Uebung (© bochum-lokal; FotoTaG) Simon Heußen, Brandrat der Berufsfeuerwehr. (© bochum-lokal; FotoTaG)

Die Werkssirene ertönt bei der Notfallalarmierung seit Auflösung der Werksfeuerwehr schon lange nicht mehr in Dahlhausen. Pünkllich um 10 Uhr meldete die Einsatzleitung mit Simon Heußen von der Berufsfeuerwehr (re) "Explosion mit Menschen in Gefahr".

Schlaeuche und Standrohre. (© bochum-lokal; FotoTaG) Wasser Marsch! (© bochum-lokal; FotoTaG)

Schläuche wurden ausgerollt und Standrohre eingesetzt. Auch Frauen im Team der Freiwilligen packen da richtg zu.

 (© bochum-lokal; FotoTaG)

Wasser marsch! Doch nach dem Aufdrehen des Werkshydranten blieb das Löschwasser aus. Im Notfall hätten auch vorerst die Wasservorräte der Löschfahrzeuge genügt, aber die Suche nach einem geschlossenen Schieber kostet immer Zeit.

Anruecken (© bochum-lokal; FotoTaG) Vorbereitung (© bochum-lokal; FotoTaG)

Die Wattenscheider Gruppe machte sich gleich nach dem Eintreffen mit Atemschutzgeräten auf die Suche nach Vermissten. Doch zuvor müssen die genauen Abläufe festgelegt werden um sich nicht selber in Gefahr zu bringen.

Schutzausruestung (© bochum-lokal; FotoTaG)

Gespenstisch sahen die Einsatzkräfte aus, als sie sich mit ihrer Ausrüstung und Schläuchen den Weg in die vernebelte Schamottehalle machten.

Schlaeche (© bochum-lokal; FotoTaG) Vorruecken (© bochum-lokal; FotoTaG)

Teamgeist ist Voraussetzung bei der Feuerwehr. Jeder Handgriff muss sitzen und am Ende der sich kreuzenden Schläuche steht immer der Mann an der Spritze.

In den heissbereich. (© bochum-lokal; FotoTaG) Atemschutzueberwachung.(© bochum-lokal; FotoTaG)

Vorsichtig wagten sich die mit schwerem Gerät ausgerüsteten Männer unter den langen Tunnelofen. Per Funk in Verbindung steht draußen immer die Atemschutzüberwachung und wenn die Uhren auf der Tafel abgelaufen sind heißt dies, Ablösung schicken.

Leitstelle (© bochum-lokal; FotoTaG) Leiterwagen (© bochum-lokal; FotoTaG)

Während gerade an der angenommenen Unfallstelle die Gondel an den Leiterwagen gehangen wird, sitzt das Team der Leitstelle im mobilen Einsatzbus und koordiniert die zusammenlaufenden Erkenntnisse.

Gerettet. (© bochum-lokal; FotoTaG)

Fast unverletzt konnten die ersten Übungsopfer geborgen werden. Etwas schwieriger gestalltete sich das Suchen unter dem Brennofen der feuerfesten Steine.

Sammelstelle (© bochum-lokal; FotoTaG) Akte aus der Hand (© bochum-lokal; FotoTaG)

Um den Abtransport der Unfallopfer kümmern sich im Ernstfall die Rettungswagen. Hier wartete man gelassen auf das Ende der Übung, bis zum Schluss Dirk Osadnik, Chef des Dahlhauser Löschzugs die Einsatzakte schließen konnte.

Olaf Riebeling von der Arbeitssicherheit der Steinfabrik mit seinen Vorgesetzten.(© bochum-lokal; FotoTag) Pförtner-Wachhund  (© bochum-lokal; FotoTaG)

Olaf Riebeling von der Arbeitssicherheit der Steinfabrik war bei der ganzen Übung vor Ort und wird schnellstens für die Beseitigung der kleinen Mängel sorgen. Pförtnerhund Butschko schaute der ganzen Hektik nur gelassen hinterher.

Geschafft. (© bochum-lokal; FotoTaG)

Geschafft war nicht nur die Notfallprobe, sondern waren auch die Jungs in Blau. Mit einer kleinen Stärkung ging es dann ans Einrollen der Schläuche und danach zum gemeinsamen Mittagessen.

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